Die Skimode der Saison 2026/27 steht unter einem Vorzeichen, das es so noch nie gab: Ab dem 10. Oktober 2026 darf eine ganze Chemikaliengruppe nicht mehr in neuer Skibekleidung stecken. Das verändert Materialien, Imprägnierung und Pflege spürbar. Dazu kommen die Entwicklungen bei Schnitten, Farben und Technik, die dir auf der Piste begegnen werden.

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Die größte Neuerung 2026/27: Skibekleidung ohne PFHxA
Der wichtigste Umbruch dieser Saison ist kein modischer, sondern ein rechtlicher. Mit der Verordnung (EU) 2024/2462 hat die EU die Verwendung von Undecafluorhexansäure (PFHxA), ihren Salzen und verwandten Stoffen beschränkt. Für Kleidungstextilien, Schuhe und Imprägniersprays für Verbraucher gilt der Stichtag 10. Oktober 2026.
PFHxA ist eine Untergruppe der PFAS, jener wasser- und schmutzabweisenden Fluorchemikalien, die wegen ihrer Langlebigkeit in der Umwelt als Ewigkeitschemikalien gelten. Genau diese Eigenschaft hat Skijacken jahrzehntelang so zuverlässig wasserabweisend gemacht. Wichtig zur Einordnung: Verboten wird nicht die gesamte PFAS-Gruppe, sondern diese klar umrissene Untergruppe. Ware, die vor dem Stichtag in den Handel gekommen ist, darf weiter verkauft werden. Du wirst also eine Weile beide Generationen nebeneinander im Regal finden.
Die Hersteller haben den Umstieg größtenteils vorgezogen. Gore-Tex setzt auf Membranen aus expandiertem Polyethylen mit fluorfreier Imprägnierung, Vaude auf seine Ceplex-Active-Membran, Patagonia auf pflanzenbasierte Ausrüstung, Ziener auf die hauseigene Aquashield-Membran mit PFAS-freier Imprägnierung.
Was das für dich praktisch bedeutet
Die neue Generation Imprägnierung ist umweltverträglicher, aber weniger ausdauernd. Wasser perlt genauso ab, solange die Ausrüstung frisch ist, sie nutzt sich jedoch schneller ab. Drei Dinge solltest du dir angewöhnen:
- Häufiger waschen als früher. Klingt widersprüchlich, ist aber richtig: Schmutz und Fett auf dem Außenmaterial setzen die Wasserabweisung außer Kraft. Ein Spezialwaschmittel für Funktionsbekleidung gehört dazu.
- Regelmäßig nachimprägnieren. Rechne mit ein bis zwei Behandlungen pro Saison statt einmal in mehreren Jahren. Achte darauf, dass das Mittel selbst fluorfrei ist.
- Wärme aktiviert. Viele Ausrüstungen entfalten ihre Wirkung erst durch Hitze, also kurzer Gang in den Trockner oder Bügeleisen auf niedriger Stufe, sofern das Pflegeetikett es zulässt.
Skimode 2026/27 für Damen
Bei der Damen-Skimode hat sich über die letzten Saisons eine Linie durchgesetzt, die auch 2026/27 trägt: elastische Materialien, die Bewegungsfreiheit und einen figurbetonten Schnitt verbinden, dazu hoch geschnittene Hosen und Bibs, die an der Taille abschließen und keine Kältebrücke lassen.
Farblich stehen sanfte Töne wie Mint und Rosé neben deutlich kräftigeren Auftritten in Rot und Limette. Der Retro-Einfluss aus den Siebzigern bis Neunzigern bleibt präsent, erkennbar an geometrischen Mustern, Farbblöcken und breiten Querstreifen.

Skimode 2026/27 für Herren
Bei den Herren ist die weite Silhouette zurück. Nach Jahren enger Schnitte dominieren wieder lockere Hosen und Jacken, die Platz für Schichten darunter lassen. Der Anorak zum Überziehen ist das Stück, das diesen Look trägt, ergänzt um Jacken im Bomber-Schnitt.
Dazu passt der Übergang in den Alltag: Viele Modelle sind so geschnitten, dass sie nach dem Skitag im Ort nicht wie Sportkleidung wirken. Abnehmbare Kapuzen, verstellbare Bündchen und zurückhaltende Logos machen aus der Pistenjacke eine Winterjacke.

Farben, Muster und Details
Der Grundton der letzten Saisons setzt sich fort: klare Farbblöcke, erdige Basistöne und gesetzte Signalfarben statt flächigem Neon. Kräftiges Rot, Blau oder Grün kommt in Kombination mit Schwarz oder Weiß, wodurch ein Outfit auch nach mehreren Saisons noch stimmig wirkt.
Alpine Motive wie Schneeflocken und grafische Strickmuster sind weiterhin da, modern interpretiert. Reflektierende Elemente werden zunehmend als Gestaltungsmittel eingesetzt und nicht nur als Sicherheitsdetail.
Technik und Ausstattung
Neben dem Materialwechsel gibt es die Entwicklungen, die schon länger laufen und sich weiter durchsetzen:
- BOA-Verschlüsse an Skischuhen ersetzen die klassischen Schnallen und verteilen den Druck gleichmäßiger über den Fuß.
- Beheizte Handschuhe und beheizte Einlegesohlen sind vom Nischenprodukt zum festen Sortiment geworden, meist per App regelbar.
- Lawinen-Airbags werden leichter und finden zunehmend auch abseits des reinen Tourensports Käufer.
- Digitale Helfer wie Helm-Audio, Tracking und Notfall-Funktionen wandern von der Zusatzausstattung in die Grundausstattung.
Wann du am besten kaufst
Die neue Kollektion steht ab August und September in den Läden, die Auswahl an Größen und Farben ist dann am größten. Die Preise geben ab Januar deutlich nach, wenn die Saisonware Platz machen muss. Wer flexibel ist, kauft die Ausrüstung für die kommende Saison im Frühjahr zum Ausverkauf.
Rund um den Stichtag im Oktober 2026 kommt ein neuer Aspekt dazu: Restposten aus der Zeit vor der Beschränkung sind rechtlich einwandfrei und oft günstig, tragen aber noch die alte Chemie. Wem das wichtig ist, achtet auf die Auszeichnung PFAS-frei oder PFC-frei am Produkt.
Häufige Fragen zur Skimode 2026/27
Ist Skibekleidung ab Oktober 2026 komplett PFAS-frei?
Nein. Beschränkt wird die Untergruppe PFHxA samt verwandter Stoffe, nicht die gesamte PFAS-Familie. Viele Hersteller gehen freiwillig weiter und stellen komplett fluorfrei um, verpflichtend ist das aber nicht.
Muss ich meine alte Skijacke jetzt entsorgen?
Nein. Die Beschränkung betrifft das Inverkehrbringen neuer Ware, nicht deinen Kleiderschrank. Die umweltfreundlichste Jacke ist die, die du weiterträgst.
Hält eine fluorfreie Imprägnierung wirklich schlechter?
Sie hält kürzer, nicht schlechter. Frisch aufgetragen ist die Wasserabweisung vergleichbar, sie lässt nur früher nach. Mit regelmäßigem Waschen und Nachimprägnieren gleichst du den Unterschied im Alltag aus.
Was ist der Unterschied zwischen PFC-frei und PFAS-frei?
Gemeint ist in der Praxis dasselbe. PFC war der ältere, unschärfere Sammelbegriff, PFAS ist die heute übliche Bezeichnung. Auf Etiketten begegnen dir beide.